Ratgeber · Für Geschäftsführung und Personalverantwortliche
Eine Weiterbildung bindet Arbeitszeit. Für Arbeitgeber stellt sich deshalb neben der Frage nach den Kursgebühren eine zweite Frage: Wer trägt das Gehalt während der Lernzeit? Bei einer geförderten Beschäftigtenqualifizierung kann ein Arbeitsentgeltzuschuss einen Teil des weiterbildungsbedingten Arbeitsausfalls abfedern. Häufig wird dafür nach „Lohnkostenzuschuss Weiterbildung“ oder „QCG-Förderung“ gesucht.
Wie hoch ist der Lohnkostenzuschuss zur Weiterbildung?
Für die reguläre Förderung nach § 82 SGB III dienen folgende Größenordnungen als erste Orientierung. Förderfähigkeit und konkrete Bewilligung müssen im Einzelfall geklärt werden.
| Betriebsgröße | Arbeitsentgeltzuschuss | Übernahme der Lehrgangskosten |
|---|---|---|
| Unter 50 Beschäftigte | bis zu 75 % | 100 % sollen übernommen werden |
| 50 bis 499 Beschäftigte | bis zu 50 % | 50 % |
| Ab 500 Beschäftigten | bis zu 25 % | 25 % |
Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt sind zwei getrennte Förderbestandteile. Sonderregelungen können höhere Leistungen ermöglichen. Bei der Betriebsgröße können verbundene Unternehmen mitzählen; die Zahl der Personen an einem einzelnen Standort reicht daher nicht immer aus.
Rechenbeispiel: 4.000 € Bruttogehalt, 20 Stunden Weiterbildung
Angenommen werden ein Modellmonat mit 4.000 € Bruttogehalt, 40 vereinbarten Wochenstunden, davon 20 förderfähigen Stunden Weiterbildung, und ein bewilligter Zuschusssatz von 75 %. Die folgende Rechnung betrachtet zur Veranschaulichung ausschließlich das Bruttogehalt.
4.000 € × 20 / 40 × 75 % = 1.500 €
Im vereinfachten Modell ergibt sich ein Zuschuss von 1.500 €. Rechnerisch verbleiben 2.500 € Bruttogehaltsaufwand beim Arbeitgeber: 2.000 € für die Arbeitszeit außerhalb der Weiterbildung und 500 € für den nicht bezuschussten Anteil der Lernzeit.
Die tatsächliche Berechnung der Agentur für Arbeit berücksichtigt die anerkannten Ausfallzeiten und das förderfähige Arbeitsentgelt einschließlich eines pauschalierten Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung. Diese Pauschale sowie weitere individuelle Berechnungsgrenzen sind im Modell nicht enthalten. Die 1.500 € sind deshalb kein prognostizierter Auszahlungsbetrag.
Was verändert die Höhe im selben Modell?
| Förderfähige Lernzeit pro Woche | Anteil an 40 Wochenstunden | Vereinfachter Zuschuss bei 75 % |
|---|---|---|
| 10 Stunden | 25 % | 750 € / Modellmonat |
| 20 Stunden | 50 % | 1.500 € / Modellmonat |
| 30 Stunden | 75 % | 2.250 € / Modellmonat |
Das zeigt den Planungskonflikt: Mehr Lernzeit kann einen höheren Zuschuss ermöglichen, verringert währenddessen aber auch die verfügbare Arbeitszeit. Entscheidend ist ein Stundenplan, den Ihr Betrieb tatsächlich tragen kann.
Welche Voraussetzungen sollten Unternehmen prüfen?
Zu den gesetzlichen Voraussetzungen gehören eine Weiterbildung von mehr als 120 Zeitstunden, die Zulassung von Träger und Maßnahme sowie Inhalte, die über eine kurzfristige Anpassung am Arbeitsplatz hinausgehen. Weitere Regeln betreffen unter anderem den zeitlichen Abstand zu Berufsabschluss und vorheriger Förderung. Gesetzlich vorgeschriebene Schulungen sind ausgeschlossen.
Ein trägerinternes Kurszertifikat ist nicht automatisch ein anerkannter Berufsabschluss. Für einen KI-Kurs sollte deshalb nicht ohne Prüfung mit Sonderkonditionen für berufsabschlussbezogene Weiterbildung gerechnet werden.
So bereiten Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber-Service vor
- Lernziel benennen: Welcher Aufgabenbereich soll sich verändern, und welche Fähigkeiten fehlen dafür?
- Kursdaten zusammenstellen: Inhalte, Kosten, Zulassung, Laufzeit und konkreter Unterrichtsplan.
- Freistellung planen: Lernzeiten mit der vertraglichen Arbeitszeit abgleichen und Vertretung klären.
- Förderung vor dem Start klären: Den Arbeitgeber-Service frühzeitig kontaktieren und die erforderlichen Anträge rechtzeitig vor Beginn stellen.
- Budget mit und ohne Zuschuss vergleichen: Den Kurs erst auf Basis einer tragfähigen Finanzierungs- und Zeitplanung verbindlich einplanen.
KI-Weiterbildung für Ihr Team einordnen
Bei codekessel können Sie Kursinhalte und zeitlichen Umfang einer KI-Weiterbildung für Mitarbeiter besprechen. Einen möglichen Einstieg bietet der Citizen AI Automation Engineer. Welche Kosten trotz Förderung bleiben können, erläutert unser Ratgeber Mitarbeiter kostenlos weiterbilden.
Kurs und Freistellung besprechen
Stand: 11. Oktober 2026. Fördergrundlagen: Bundesagentur für Arbeit: individuelle Förderung Beschäftigter und § 82 SGB III. Die zuständige Agentur für Arbeit prüft den Einzelfall und entscheidet über die Förderung. Modellrechnungen sind keine Förderzusage.